Pause im Baskenland | Kurz vorm Reiseziel | Ankunft in Ostabat

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Mein Rücken hat sich nun endlich auf diese Unternehmung eingestellt. Meine Güte, was war das für ein Zicken und Ziepen. Was soll mir das alles sagen? Ich bin viel zu weit nach vorn gebeugt gelaufen. Ist es das Gewicht des Rucksacks oder die Last der zu treffenden Entscheidungen, denen ich mich entgegen halte? Ich habe diesen Weg wieder auf mich genommen, ja es ist kein Zuckerschlecken. Mit allen Strapazen, Anstrengungen, Überwindungen. Deswegen. Mit aller Leichtigkeit, Rotznasigkeit und Einfachheit. Unverfroren. Habe mich jeden Morgen aus dem Schlafsack gepellt, Rucksack, Socken, Schuhe zurecht gerückt. Und bin meinen Weg gelaufen. Links, rechts, links, rechts. Wo die Beine schwer waren und die Arme nichts ausrichten konnten, gab es nur noch das Links und Rechts!
Um 6 Uhr wach, ich habe schlecht geschlafen. Der Ipod hat keinen Saft mehr gehabt. Schade. Das Kopfkissen ging gar nicht. Bauchschläfer! Heute so richtig trübe. Der erste Tag. Das Gewitter ist nicht wirklich gekommen. Um 9 Uhr lege ich einen Stein ab. Bringe ihn sozusagen zur Vernunft. Paradies und Erkenntnis liegen nicht auf der selben Strecke. Mein Zeh erinnert mich daran, dass Pilgern immer auch Grenzerfahrung ist. Dä! Kein vorzeitiger Blick auf die Pyrenäen. Zu viele Wolken. Aber ich weiß ja, sie sind da und warten auf mich. Schuhe aus, Durchatmen. Ich komme beim Pilgern beim besten Willen nicht über meinen Körper hinweg.

Wenn ich nicht davon ausginge, dass hier mehr geschieht, als ich sehe und verstehe, kann ich auch den Fernseher anmachen.
Ich möchte wissen, welcher mein Weg ist, wenn ich nach Hause zurück komme. Das brennt mir auf der Seele, oder unter den Füßen? Ich bin eine schnelle Maus. Apropos, habe noch keinen Stift verloren in diesem Jahr. Ich mache die Dinge doch ein wenig langsamer. Bin doch ein wenig tiefer im Moment. Good girl!
Ich hatte Sorge, dass mein kleines Buch nicht ausreichen würde, um alles Wesentliche, Notwendige, Unvermeidliche einzutragen. Doch mit den Kilometern, die vorbeizogen (oder war es umgekehrt?) habe ich nicht mehr so viel geschrieben. Manches wiederholt sich. Wo sind die Eckpunkte? Was bleibt haften? Was ist erwähnenswert? Was möchte ich nicht verpassen?