auf nach Arsacq-Arraziquet | alles gut| Einkehrschwung

Es ist 19:55 Uhr und ich habe noch kein Wort aufgeschrieben. Unfassbar. Was ist hier los? Ich bin diese Etappe mit Isabelle gelaufen, die zunächst langsamer als ich war. Ich musste mich wahrlich bremsen. Mit der Zeit, glaube ich, haben wir unsere Tempi angeglichen. Warten oder Trödeln geht nur für eine begrenzte Zeit. Es sind anfangs Waldwege, die wir durchstreifen. Ich lasse mich von ihrer Langsamkeit verführen. Dieses eine Mal 1 Stunde Mittagspause. Es ist superheiß. Also noch heißer als zuvor. Ich wage zu sagen, auch zu heiß für mich. Mehr als 40 Grad im Schatten. Wir müssen viel an der Straße entlang laufen. Latschen, es ist ein Latschen. Für solche Strecken braucht man eine Begleitung. Es ist unglaublich, was wir hier unterwegs treiben.
Laufend und latschend, gern im Wechsel, schauen wir uns rechts und links ein paar Gärten oder Obstbäume an und springen zur Seite, wenn ein Auto an uns vorbeibrettert. An der Kirche packt auch Isabelle Schokolade aus. Wir schmelzen dahin. Kurz vor dem Etappenziel setzen wir uns noch einmal unter einen Baum. Füße lüften. Meine Blase am kleinen Zeh, spottet jeder Beschreibung.
Am Dorfeingang gibt es einen Supermarkt, wir kaufen Getränke und gehen zur Herberge. Trinken ist das Wichtigste im Moment, alles rein, was geht. ï¿ Heute gibt es zum Abendbrot Schmerzpflaster, denn wegen der großen Hitze habe ich mir einen Sehnenscheidenentzündung eingehandelt. Morgen wollte ich 30 Kilometer gehen. Pläne machen ist das eine, Ankommen was ganz anderes. Ich schaue einfach, wie weit ich gehen kann. Um 21 Uhr bin ich im Bett, habe Postkarten geschrieben und die Kirche besichtigt.