ultreia! | Beweisführung | für mich gemacht

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Also, um 4 Uhr wache ich auf. Im achteckigen Schlafsaal sind Betten sternförmig angeordnet. Es sind vielleicht noch weitere 6 Pilger mit mir hier. Andere haben sich in Doppelzimmer verkrümelt. Ich nehme mir vor, heute nicht zu reservieren. Ich möchte einfach in den Tag hinein laufen.
Ich erinnere die trockene Erde, die riesigen Sprinkleranlagen, die immer wieder einen kleinen feuchten Gruß schickten. Ich erinnere mich an meine Zufriedenheit. Es war ein guter Tag. Ein einsamer Tag in dem Sinn, dass ich allein unterwegs war. Was anderes habe ich zumindest nicht notiert und kommt mir auch nicht in den Sinn. Ich fühlte mich aufgehoben. Es war eine Strecke, wie aus einem Western: ewig lange Bahnschienen und immer stramm gen Westen. Ich hockte mich an einen schattigen Platz, erfrischte mich am Gießwasser, das aus Rohren lief. Wahrscheinlich aß ich ein wenig Obst oder ich hatte noch ein Brot. Trank und schloss die Augen. Dann war ich wieder auf dem Weg, erfrischt und weniger durstig.

Ich bin versucht, diese Etappe, eine aufregende zu nennen, auch wenn es sich angesichts der zugegebenermaßen recht eintönigen Tagesplanung, ein wenig vermessen anhört. Ich weiß auch jetzt noch nicht, ob die Worte mir folgen werden, ob sie das wieder in den Moment zaubern - ja ich nenne es an dieser Stelle mal so, weil Sprache und Magie ziemlich eng befreundet sind - was ich unterwegs erlebt und gespürt habe. Ob die Worte es schaffen, das Vergangene dem Lesenden in seine eigene Gegenwart zu fabulieren, der es dann mit sich selbst auf eine kleine Reise nimmt? Der Geschriebenes abschmeckt, abgleicht und ihm nachgeht. Wer weiß?