Aufbruch aus St. Antoine nach Lectoure, eine kurzweilige Begleitung | Ankunft | ...
Ich lasse den Tag um 21:50 ausklingen und werde um 4:45 wach. Das Frühstück für 5 Euro war unglaublich mager; altes Brot, ein wenig Marmelade und Honig und weiße Joghurt. Ich nehme eine für den Weg. Die Nacht brachte den ersehnten Regen, aber keine Abkühlung. Ich liebe das Laufen im Regen und durch nasse Wege. Es ist immer noch sehr warm, wenn die Luft feucht und etwas frischer ist.Es ist ein trüber Tag, eine gute Abwechslung, nach dem überfluss an Sonne und Wärme.
Ein scheuer Hund begleitet mich, blick immer mal zu mir zurück. Wie schön es ist, sich beim Umherstromern zu vergessen, denke ich. Warten. Abstand. Lauffreude. Begegnung. Ich bin flott unterwegs. Viele Schnecken sind auch hier, ich muss aufpassen, dass ich sie nicht zertrete. Ich streife kleine Städtchen (oder sollte ich Dörfer sagen?), gehe viel an Straßen entlang. Durchkämme Wiesen und Feldwege und gehe durch Sprühregen. Was für ein herrlicher Spaziergang. Leider hat der nasse Boden keine längere Pause vorgesehen. Um 10 Uhr setze ich mich für die Joghurt und selbstgefangene Pflaumen an ein einigermaßen trockenes Fleckchen unter einem Baum. Gut so.
Pilgern ist eine Geschichte vom Fortlaufen und Ankommen, vom Spurenlesen und -hinterlassen, von Territorien und Abgrenzungen. Vom Hinhören, Hinschauen, Aufmachen, Zulassen. Die Praline zum Kaffee zergeht immer noch auf der Zunge. So reduziert, sind Kleinigkeiten deutlicher und Wenig nimmt ganz viel Platz ein.
Ich tauche in diesen Tag, es ist einer von denen, die dahin gleiten, wie geschmiert, trotz Beschwerlichkeit und Beschwerden. Diese Strecken, an denen ich mich entlang hangele, die die Metern wie Rippen zusammenhalten, räumen mich auf. Einerseits. Andererseits ziehen sie ein feines Häutchen aus Samt um all die Verletzungen - keine Notwendigkeit für Erklärungen, Entschuldigungen. Es ist Versöhnung. Einfach. Und macht Lust auf mehr.