auch ein Pilgermenu | Sonnenschutz |Abendwäsche in St. Antoine

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Ich habe doch keine wirkliche Ruhe (obwohl das schon viel besser geworden ist), bis ich das Etappenziel und meine Herberge erreicht habe. Dann erst kann ich mich entspannen und loslassen und ... Ich habe einen Platz in St. Antoine auf einem Bauernhof reserviert. Die Landschaft ist mittlerweile verändert. Es ist lange nicht mehr so felsig und steinig, es ist einfacher zu gehen. Heute Morgen das flache Stück am Kanal entlang unter den Lindenbäumen war trotz Schmerzen irgendwie Erholung. Ich überlaufe Aurillon und lasse Peter dort bei steak/frites zurück. Also weiter, ich kaufe einen Schokoriegel und bewege mich tiefer ins Niemandsland. Entlang leergefegter Straßen trotte ich dahin; es ist wieder heiß und einsam hier, aber alles ist gut! Um 12:50 erreiche ich Badrigues, ein Dorf, das aus einer Hand voll Häusern und einer Kirche besteht und einem Restaurant! Ich hole kurz Luft und traue mich dann, mich in meinem Outfit auf die Terrasse zu setzen. Ich bestelle ein Menü incl. Wein und träume. Eine herrliche Aussicht auf Feigen- und Walnussbäume, die Kirche habe ich nebenan und den Himmel über mir. Ich lasse es mir gut gehen und das tut mir gut. Um 13:25 nehme ich leicht beschwingt (beschwipst?) meine Fährte wieder auf, bis mich schon nach 30 Minuten ein schattiges Plätzchen in den Hinterhalt lockt. Ich ziehe endlich meine Schuhe aus und lasse den lieben Gott wieder eine gute Frau sein. Also!

Niemand hat meine Schritte gezählt, die die Zeit durchschnitten und Markierungen in die Erde trieben. Eins ist klar, wer das Ziel erreicht, hat Recht, wer den Gipfel erklimmt, hat Übersicht, wer den Abstieg schafft, ist weit voraus. Ich bin gegangen, bin abgewichen und angekommen. Schließlich. Habe die Zeit in Kilometern gemessen und die Kilometer an der Zeit. Wer weiß schon, wohin ich wirklich gelaufen bin.
Wer ankommt, hat Recht...