unterwegs nach Moissac| atmen in Klostermauern | ...
Ich schaue wieder viel umher, bis ich den Platz entdecke, wo ich mich zu einem zweiten Frühstück niederlasse. Der Duft von Spiegelei und Schinken lockt einen übermütigen Hund zu mir in den Schoß, schade für ihn, ich war schneller und habe schon alles verputzt. Peter streift meinen Weg... In der Hitze mache ich mich nach 30 Minuten wieder auf und davon. Ich denke, ich schmilze wie Schokolade. Endlich bin ich mit beiden Beinen unterwegs. Wie gut sich das anfühlt. Endlich angekommen. Ich habe mich frei gelaufen. Schnell huscht eine Schlange vor mir ins Gebüsch - ich habe mehr Angst!
Bei dieser großen Hitze komme ich zu mir. Es sind wohl heute über 40 Grad im Schatten.
Wenn mich Wanderer in diesen Augenblicken streifen, lasse ich sie extra noch ein wenig mehr Abstand gewinnen. Damit ich meinen Weg wieder für mich allein beanspruchen kann. Ich bin hier ganz sch&0uml;n asozial und eigen, nicht? Das ist ein richtiger Luxusaufenthalt. Vielleicht bekomme ich hier vom Alleinsein genug, bis ich satt bin. Ich nutze jede Wasserstelle, um mich zu waschen und anzufeuchten. Es weht hier auf der Kuppe ein warmes Lüftchen. Diese Wörme ist in meinem ganzen Körper, ich laufe und bin und genieße jeden Schritt! Es sind einige Menschen unterwegs, dich ich immer wieder überlaufe und hinter mir lassen kann. So fallen sie nicht ins Gewicht. Und auch die letzten 2 Stunden vor dem Etappenziel fallen mir nicht mehr wie sonst immer schwer. Ich kann das Ankommen abwarten, auch wenn die Zeit, die ahnungslose, mich überholt. Meine Ungeduld muss ich irgendwann, irgendwo verloren haben. Ich vermisse sie nicht!