Tagesabschluss | ... | Ich stapfe durch Feld und Wald und dann lande ich mal wieder irgendwo richtig falsch

Nach einem hervorragenden Abendessen schaue ich Fußball und gehe selig ins Bett. Und schon wieder ein neuer Tag, wieder ein neues, ersehntes Frühstück: Frisches Baguette, selbst gemachte Konfiüre. Danach für 2 Tage einkaufen. Ich bin um 6:15 Uhr aufgewacht und habe mich dann noch geräkelt. Die Wäsche ist noch im Trockner. Ich freue mich auf die kurze Etappe, die meinen Füßen gut tun wird.
Ich finde nicht aus der Stadt heraus. Brauche ein wenig Hin und Her bis ich die Zeichen sehe. Es ist der 3. Sonntag nach meiner Abreise. Sonntage sind immer besondere Tage. Ich bin mit meinen Gedanken sehr bei meinen Lieben daheim. Träume mich auf meine Terrasse zu Kaffee und Kuchen, einem Barbeque oder was auch immer. Sonntag ist doch irgendwie Familientag. Ich bekomme manchmal einen kleinen Stich, wenn ich an den Vorgärten vorbeischlendere, in denen die Spielsachen oder Bälle der Kinder auf den erneuten Anstoß warten. Letzter Sonntag vor der Rückreise. 9:00 pain au chocolat.
Um 12 Uhr schon wieder Pause. Zwischen Neun und Zwölf räkeln sich gerade mal 12 Buchstaben. Ich weiß nicht, wie viele Schritte ich in diesen 3 Stunden gelaufen bin. Wo war ich stehen geblieben? Ich habe mich wohl unterwegs ein wenig verloren. Macht nix. Meine Füße tun weh. Ausstrecken, ein wenig in meinen Bauch horchen. Sehen, wo es lang geht. Wieder ein Plätzchen mit ein wenig Überblick. Der Weg ist angenehm zu laufen, ein wenig Wald, ein wenig Feld, eine einsame Angelegenheit. Wenn die Sonne fehlt bekommt dieses Panorama sowieso eine andere Oberfläche. Eine ganz andere. Den Weg unter der Sonne nehme ich mit nach Hause, nicht die bedeckten Flecken, den grauen Himmel oder die verhangene Sicht.
Diese Tage bleiben bis zum Schluss scharfkantig, sie beginnen nicht einmal auf den letzten Kilometern auszufransen. Sie bleiben standhaft bei ihren Konturen, ich lese diese Tage in meinem Wanderführer ab. Genau notiert sind die Fixpunkte von Zeit und gelaufener Strecke. Absehbar ist der Weg. Gewissenhaft kann ich mich bewegen.
Ich habe noch viel zu lernen. Die Gedanken übers Essen, die Sorge mit dem Proviant, die Freude über jeden Happen sind ebenfalls nicht abzuschütteln. Macht auch nichts.