1 Mal Volltanken, bitte |Frühstück in Artez-de-Béarn | Ansporn

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Es gibt einen Aussichtsplatz, von dem aus man die Pyrenäen sehen kann. Leider zu viele Wolken, nur eine Ahnung. Warum ist das Vielen so wichtig? Ist immer ein Highlight, aber ich bin gar nicht so scharf auf diese Aussicht. Alles, was ich hier sehe ist schön und wunderbar. Ich erinnere meinen Aufbruch heute Morgen im Dunkeln. Die Markierungen waren kaum zu sehen. Der düstere Wald, der See in der Morgendämmerung. Das Etwas auf dem Weg, das mich erschreckte. Weiß nicht, was das war. All das sind außerordentliche Erfahrungen, von denen ich mir im richtigen Leben immer wieder eine Scheibe abschneide. Was ist schon das richtige Leben? Anyway.
Meine Füße sehen nicht wirklich gut aus. Die Blase am kleinen Zeh, dich ich gestern aufstach, ist schon wieder mit Wasser gefüllt. Beim Gehen schmerzt jeder Schritt, da kann ich mich drehen und wenden wie ich will. Noch einmal stechen. Bis hierher bin ich mit all meinen Wehwehchen gekommen, ist doch auch schon was. Haben meine kleine Taschenlampe in der Kirche liegen gelassen. Hoffentlich freut sich einer drüber. Geschenkt. 20:40 nach einem wirklich guten Essen in noch besserer Gesellschaft mit Dominique und Isabelle, fühle ich mich prall gefüllt mit Leben und Freude.

Mir reicht, wenn ich vorwärts und dann irgendwann ankomme. Das Ankommen sind die Einkerbungen in diesen Weg, die ich am besten erinnere. Das gute Ende gibt recht. Ich höre gern auf, bedaure nicht den Etappenschluss. Selten denke ich ans Weitergehen. Die Wege sind anstrengend, diese Nachmittage sind Erholung, Spaziergang, Sortieren. Manche sind mir zu kurz, trotzdem freue ich mich immer auf und über den Schluss.
Ich genieße das Nichtstun. Wäsche machen, Rucksack räumen, Übernachtung buchen, Strecke anschauen, einkaufen, essen, das war's. Es sind volle Tage. Ich nehme beim Gehen nicht viel wahr, was um mich herum keucht und fleucht. Ich bin bei mir - oder doch nur oberflächlich? Merke mir keine Wegstrecken, keine Details, keine Abläufe. Erinnere selten die Ortsnamen. Bewundere Mitläufer, die sich erinnern.
Wo bin ich, wenn ich laufe?